Liebe Gemeinde,
bald stehen wir in der „heißen“ Phase des Karnevals. Freude, Gaudi, Verkleiden werden ganz groß geschrieben.
Bei meinem „aufräumen“ vor dem Umzug ist mir nachfolgende Text in die Hände gefallen. Er ist besonders für diejenigen gedacht, die Humor haben und „weise“ werden wollen.
Nicht die Original Seligpreisungen von Jesus - aber ganz in seinem Geiste!
Selig die, die über sich selbst lachen können, denn sie werden immer genug Unterhaltung haben.
Selig die, die einen Berg von einem Maulwurfshügel unterscheiden können, denn es wird ihnen eine Menge Ärger erspart bleiben.
Selig die, die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen, denn sie werden weise werden.
Selig die, die schweigen und zuhören können, denn sie werden dabei Neues lernen.
Selig die, die intelligent genug sind, um sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, denn sie werden von ihrer Umgebung geschätzt werden.
Selig die, die aufmerksam sind für den Anruf der anderen, ohne sich jedoch für unersetzlich zu halten, denn sie werden Freude säen.
Selig seid ihr, wenn ihr es versteht, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge ruhig anzusehen, denn ihr werdet im Leben weit kommen.
Selig seid ihr, wenn ihr lächeln könnt und kein böses Gesicht macht, denn euer Weg wird sonnenbeschienen sein.
Selig seid ihr, wenn ihr fähig seid, das Verhalten der anderen immer mit Wohlwollen zu interpretieren, auch wenn der Anschein dagegen spricht, denn ihr werdet zwar für naiv gehalten werden, aber das ist der Preis für die Liebe.
Selig die, die denken, bevor sie handeln und beten, denn sie werden eine Menge Dummheiten vermeiden.
Selig seid ihr, wenn ihr schweigen und lächeln könnt, auch wenn man euch das Wort abschneidet, euch widerspricht oder auf die Zehen tritt, denn das Evangelium fängt an, euer Herz zu durchdringen.
Selig seid vor allem ihr, die ihr den Herrn in all denen erkennen könnt, die euch begegnen, denn ihr werdet das wahre Licht und die wahre Weisheit besitzen.
Den Jubel der tollen Tage und die Freude des Karnevals wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Paul Kowol
Liebe Brüder und Schwestern!
"Christen sind Menschen, die sich nicht von ihren schlechten Erfahrungen, sondern von ihren guten Erwartungen leiten lassen" (Ernst Lange). Dieses Wort zu Beginn eines neuen Jahres hat einen besonderen Klang. Es ist eine Gefahr, auf Grund schlechter Erfahrungen vom Leben überhaupt nicht mehr viel zu erwarten. Der Neujahrsmorgen lädt uns ein, gute Erwartungen in uns aufkommen zu lassen und ihnen trotz allem zu trauen.
Am Anfang eines Neuen Jahres steht viel guter Wille. Fast jeder macht sich seine Vorsätze. Das neue Jahr soll anders beginnen. Mit neuem Elan, mit neuen Zielen. Am Anfang eines neuen Jahres steht der Traum, dass vieles, was ich mir vorgenommen habe und mir erhoffe, auch in Erfüllung geht. Am Anfang eines neuen Jahres steht auch die Hoffnung, dass die Mühe, die ich für meine Vorhaben aufwenden will, sich auch auszahlen wird.
Nur ungern denken wir an die vielen Widerstände, die sich den Plänen und Träumen querstellen und die sich so leicht nicht ausräumen lassen. Nur ungern denken wir daran, dass etwas einen anderen Verlauf nehmen kann, als ich mir vorstelle; dass Dinge passieren, die meine noch so gut gemeinten Pläne durchkreuzen.
Wie damit umgehen?
„… von guten Erwartungen leiten lassen“.
Das ist die große Frage. Eine spirituelle Geschichte (Sufi) erzählt: Ein Mann beschloss, einen Garten anzulegen. Er bereitete den Boden vor und streute den Samen wunderschöner Blumen aus. Als die Saat aufging, wuchs auch der Löwenzahn. Da versuchte der Freund der Blumen mit mancherlei Methoden, des Löwenzahns Herr zu werden, und machte sich, als alles nichts half, auf, um in der fernen Hauptstadt den Hofgärtner des Königs zu befragen.
Der weise alte Gärtner, der schon so manchen Park angelegt und allzeit bereitwillig Rat erteilt hatte, gab vielfältig Auskunft, wie der Löwenzahn loszuwerden sei. Aber es erwies sich, dass der Fragende schon alles erprobt hatte.
So saßen die beiden eine Zeitlang schweigend beisammen, bis am Ende der Gärtner den Ratlosen schmunzelnd anschaute und sagte: "Wenn denn alles, was ich dir vorgeschlagen habe, nichts genützt hat, dann gibt es nur einen Ausweg: Lerne, den Löwenzahn zu lieben!"
Ob man den Rat annehmen kann, das, was einem in die Quere kommt, auch noch zu lieben, das weiß man nicht. Aber man weiß, man habe mit dem, was einem in die Quere kommt, zu leben.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr 2012.